September 19, 2023
Kleine Kinder

Essstörungen

Jens Gebauer
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Probleme mit dem Essverhalten des Kindes können in unterschiedliche Richtungen gehen. Es gibt Kinder, die essen zu viel oder versuchen, zu viel zu essen, indem sie ständig nach großen Nahrungsmengen während der Essenszeiten und auch zwischen diesen verlangen. Bei Essstörungen mit Überessen ist das Kind mit den Gedanken ständig mit Nahrung beschäftigt, redet viel davon oder Essensthemen dominieren das kindliche Spiel. Manche Kinder nehmen anderen Nahrung weg, hamstern diese oder plündern Mülltonnen. Durch das Verbieten der Verhaltensweisen wirkt das Kind belastet. Diese Diagnose kann erst ab einem Alter von 24 Monaten vergeben werden.

Eine andere Form der Essstörung ist die Essstörung mit Einschränkung der Nahrungsaufnahme. Hier isst das Kind (oder der Säugling) durchgängig weniger als für sein Alter angemessen. Es zeigt wenig Interesse am Essen, vermeidet es oder isst nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Ein Beispiel dafür wäre, dass das Kind nur vor dem Fernseher bei einer bestimmen Serie isst. Die Kinder essen häufig wählerisch und selektiv. Bei Säuglingen bleibt die Umstellung auf feste Nahrung erfolglos. Die Störung kann mit Gewichtsverlust einhergehen.

Essstörungen bei kleinen Kindern müssen auch unabhängig von der ersten Bezugsperson auftreten. Wenn sie sich das auffällige Essverhalten lediglich in ihrer Gegenwart zeigt, liegt eher eine Interaktionsproblematik vor.

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